| Integrativer Unterricht |
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| Sonntag, 04. Oktober 2009 um 12:27 Uhr |
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Integrativer Unterricht ein Schwerpunkt in unserem Schulprogramm Allgemeines Da in der Johannesschule seit dem Schuljahr 1999/2000 im Rahmen von sonderpädagogischen Fördergruppen behinderte und nicht behinderte Kinder erfolgreich gemeinsam unterrichtet werden, wurde das bereits vorhandene Konzept für die sonderpädagogischen Fördergruppen als Konzept für die integrativen Lerngruppen umgearbeitet. Da das Konzept ein Teil des Schulprogramms ist, ist es nicht als ein starres Gerüst zu betrachten, sondern als eine ständig fortzuschreibende Grundlage, die nach den jeweils veränderten Bedingungen modifiziert werden muss. Solche Bedingungen können sein:
1. Einrichtung der integrativen Fördergruppen sowie des gemeinsamen Unterrichts in der Johannesschule in Willich-Anrath In Willich-Anrath wurde zum Schuljahresbeginn 1999/ 2000 eine sonderpädagogische Fördergruppe eingerichtet. Das Kollegium und die Schulkonferenz erklärten sich nach intensiven Beratungen und Gesprächen im Vorfeld bereit, die Sonderpädagogische Fördergruppe in der Johannesschule einzurichten. Unterstützt wurde diese Bereitschaft durch das Schulamt Viersen, durch das Schulverwaltungsamt Willich, durch die Elterninitiative "Hand in Hand“ und durch eine Gruppe von Hauptschullehrern, die sich durch Besuche in Grund- und Hauptschulen, die schon Erfahrungen mit dem Gemeinsamen Unterricht bzw. mit einer Sonderpädagogischen Fördergruppe gesammelt haben, informierten. Zum Schuljahr 2001/02 wurde aufgrund der Nachfrage eine zweite Sonderpädagogische Fördergruppe eingerichtet. Im Schuljahr 2003/04 wurde eine dritte Sonderpädagogische Fördergruppe eingerichtet. Die Federführung bei der Betreuung und Förderung der Kinder der Sonderpädagogischen Fördergruppen, die zieldifferent nach den Richtlinien der zutreffenden Sonderschulen unterrichtet werden, obliegt den Sonderpädagoginnen, die mit den Klassenlehrerinnen der jeweiligen Kooperationsklassen im Team zusammenarbeiten. Seit dem Schuljahr 2004/05 wird das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern in Form von integrativen Lerngruppen durchgeführt, das heißt, die Schüler/innen mit Förderbedarf sind jetzt integraler Bestandteil einer Klasse und bilden keine eigene Gruppe mehr. 2. Vorstellung der Schüler/innen im integrativen Unterricht In den jetzigen integrativen Lerngruppen von Klasse 5 bis 10 sind insgesamt 30 Schüler/innen mit Förderbedarf, die von 4 Sonderschulkolleginnen mit 122 Stunden betreut werden. Der individuelle Förderbedarf der Schüler/innen liegt in den Bereichen des Lernens, der geistigen Entwicklung, der körperlichen Entwicklung, der emotionalen Entwicklung, des Hörens sowie der sprachlichen Entwicklung. Die Anzahl der Schüler/innen ohne Förderbedarf in den einzelnen integrativen Lerngruppen liegt bei maximal 16 Schüler/innen. 3. Pädagogische Prinzipien für den integrativen Unterricht 3.1. Pädagogische Eingliederung Alle Schüler/innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf werden jeweils nach einem individuellen Förderplan gefördert, der gemeinsam von den Sonderschullehrerinnen mit den jeweiligen Klassenlehrern/innen erstellt worden ist. Diese Förderpläne orientieren sich an der Art der Behinderung, der individuellen Belastbarkeit, den individuellen Möglichkeiten sowie an den Richtlinien der zutreffenden Sonderschule des/der einzelnen Schülers/in. Die Förderpläne werden regelmäßig aktualisiert. Einmal im Jahr wird der aktuelle Förderbedarf erneut festgelegt. Oberstes Ziel ist es, möglichst viele gemeinsame Unterrichtsangebote für alle Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu schaffen. Unter der Voraussetzung der Binnendifferenzierung ist dies in folgenden Stunden für alle Schüler mit Förderbedarf bisher ohne Probleme möglich:
Damit sind schon ca. 35% des gesamten Unterrichtes abgedeckt. In allen anderen Fächern außer Englisch ist es bedingt möglich, je nach Grad der Abstraktion, den Unterricht so zu gestalten, dass alle Kinder daran teilnehmen können. Dies ist unter anderem von der gewählten Unterrichtsform abhängig. Günstige Unterrichtformen sind: Freiarbeit Gruppenarbeit Partnerarbeit Projektorientiertes Arbeiten Stationenarbeit Werkstattunterricht
Die konkrete Erfahrung zeigt unterschiedliche Möglichkeiten des gemeinsamen Lernens von behinderten und nichtbehinderten Kindern auf. So können durch die unterschiedliche Zusammensetzung der einzelnen Lerngruppen immer wieder neue Fördermöglichkeiten gefunden werden. Dieses bietet auch den leistungsschwächeren Hauptschülern die Möglichkeit, ihre Defizite in einer Kleingruppe aufzuarbeiten und so positive Lernerfahrungen zu sammeln.
Weiterhin gibt es verschiedenen Kooperationsmöglichkeiten (nach Lütje-Klose, Willenbrink) für das Team, die das gemeinsame Lernen begünstigen: ONE TEACH - ONE DRIFT Eine der beiden Lehrkräfte übernimmt die primäre Unterrichtsverantwortung, die andere unterstützt SchülerInnen bei ihrer Arbeit, bei der Regulation ihres Verhaltens, bei der Verwirklichung ihrer kommunikativen Absichten. REMEDIAL TEACHING Niveaudifferenzierter Unterricht: Eine Lehrperson unterrichtet die SchülerInnen, die den Unterricht bewältigen können, die andere arbeitet mit denjenigen, die auf einem anderen Niveau operieren. SUPPLEMENTAL TEACHING Zusatzunterricht: Eine Lehrperson führt die Unterrichtsstunde durch, die andere bietet zusätzliches Material und differenzierte Hilfen für diejenigen SchülerInnen an, die den Unterrichtsstoff so nicht bewältigen können. TEAMTEACHING Regelschullehrer und Sonderpädagogin führen den Unterricht mit allen SchülerInnen gemeinsam durch, indem sie gemeinsam oder abwechselnd die Führung übernehmen.
Die Erfahrung in den vergangenen Schuljahren hat gezeigt, dass die Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf und die Schüler/innen ohne sonderpädagogischem Förderbedarf sich gegenseitig akzeptieren, sich untereinander helfen und auf dem besten Wege sind, gute Klassengemeinschaften zu bilden. Dies gilt nicht nur für die gemeinsamen Unterrichtsangebote sondern auch für die Zeiten vor und nach dem Unterricht sowie für die Pausenzeiten.
4. Organisation des integrativen Unterrichts 4.1. Räumliche Bedingungen Den integrativen Fördergruppen sowie den GU-Klassen stehen Räume zur Verfügung, die direkt nebeneinander liegen. Die Räume der Fördergruppen stehen für die besonderen Fördereinheiten, für die innere und äußere Differenzierung, für die Freiarbeit sowie für die Gruppenarbeit zur Verfügung. Es ist günstig, dass die Räume in direkter Nähe liegen, so dass bei einem Unterricht mit der offenen Tür für die Sonderpädagogin die Möglichkeit besteht, problemlos von einem Raum zum anderen zu pendeln und so die SchülerInnen bei einer äußeren Differenzierung zeitgleich zu unterstützen.
4.2. Materielle Bedingungen Durch die großzügige finanzielle Unterstützung des Schulträgers, der Stadt Willich, sowie den bereitgestellten Mitteln des Landes NRW, war es möglich, zu den bereits vorhandenen Materialien zusätzliches Förder-, Anschauungs- und Einzelarbeitsmaterial anzuschaffen. Das Material dient zur Freien Arbeit, zur Veranschaulichung abstrakter Lerninhalte, zur Wiederholung, Vertiefung und Übung, zur individuellen Förderung nach den Lehrplänen der jeweiligen Sonderschule sowie zur individuellen Erfolgskontrolle. Im Folgenden werden beispielhaft einige Materialien aufgezählt: Lernsystem „LOGICO“ mit vielfältigen Übungsmappen zu den Bereichen Mathematik, Sprache, Englisch und Sachunterricht Anschauungsmaterial im Bereich Mathematik wie z. B. Tausenderwürfel, Hunderterbretter, Zehnerstangen etc. Montessorimaterial: Hunderterbrett, Pythagorasbrett Wortartentrainer Grammatikpuzzles Leserechtschreib-Trainer Spiele zum Erlernen des englischen Grundwortschatzes Verschiedene Lernkarteien zur Erarbeitung von sachkundlichen Themen Spiele zur Verbesserung der optischen und akustischen Wahrnehmung Spiele zur Förderung der Konzentrationsfähigkeit
Zudem sind alle Räume mit einem Computer mit entsprechenden Lernprogrammen ausgestattet.
4.3. Personelle Bedingungen Die Klassenlehrer der einzelnen Klassen und die Sonderschullehrerinnen arbeiten gemeinsam als Team. Der Stundenplan ist so angelegt, dass die Klassenlehrer möglichst viele Unterrichtsfächer in der eigenen Klasse abdecken. Die Klassen- und FachlehrerInnen der anderen Parallelklassen unterstützen das Konzept, z. B. während des Fachunterrichts, während der Aufsicht etc. Im Rahmen der Stundentafel fanden bisher wöchentliche Teamsitzungen statt. Auf Grund unbesetzter Stellen ist dies leider nicht immer möglich, so dass die Teamkollegen sich außerhalb der Stundentafel zu ihren Teamsitzungen treffen. In diesen Teamsitzungen wird die vergangene Schulwoche reflektiert, die kommende Schulwoche mit ihren einzelnen Stunden konkret durchgesprochen und geplant sowie verschiedene pädagogische Fragestellungen erörtert.
4.4. Schülertransport Alle Schüler im gemeinsamen Unterricht kommen nicht aus dem Ortsteil Anrath, in dem sich die Johannesschule befindet. 9 Schüler werden mit einem Schülerspezialtransport ( Taxi ) zur Schule gefahren, da sie nicht in der Lage sind, selbständig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schule zu gelangen. Die Extrakosten dieses Spezialtransportes werden vom Schulverwaltungsamt der Stadt Willich finanziert. 21 Schüler fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Durch den Spezialtransport ergeben sich folgende Probleme, die stets bedacht werden müssen: bei aktuellen Stundenplanänderungen bei Veranstaltungen, die an anderen Orten, z. B. Sportplatz, stattfinden muss immer das Taxi umbestellt werden, was nicht immer mit den Zeitplänen des Taxiunternehmens übereinstimmt. Die Kinder müssen dann so lange betreut werden, bis sie abgeholt werden können. |
| Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 28. Oktober 2009 um 10:52 Uhr |


